Der Altar

Die Messe

Ein Opfer, ein für allemal

Wird Christus in der Messe immer wieder geopfert, als hätte das Kreuz nicht gereicht? So verstehen viele evangelische Christen die katholische Lehre. Die Kirche sagt das Gegenteil und beruft sich dafür auf dieselbe Bibel.

Etwa 15 Minuten Lesezeit

Wandmalerei (Aufnahme 1903): Joseph Wilpert, Die Malereien der Katakomben Roms (1903), gemeinfrei

Die Bibelstellen stehen auf dieser Seite nach der Elberfelder Bibel von 1905, die in vielen Freikirchen gelesen wird. Wer eine Stelle antippt, sieht ihren Wortlaut; ebenso bei Katechismus, Konzil und Kirchenvätern.

Worum es geht

Viele evangelische und freikirchliche Christen sehen in der Messe den Punkt, an dem die katholische Kirche das Kreuz verdunkelt. Wenn der Priester ein Opfer darbringt, so der Einwand, dann hat das Opfer von Golgatha offenbar nicht genügt. Und wenn die Gläubigen vor der Hostie knien, beten sie ein Stück Brot an.

Beide Einwände nehmen etwas ernst, das auch der Kirche heilig ist: dass Christus sich ein einziges Mal geopfert hat und dass allein Gott angebetet werden darf. Darum lohnt es, genau hinzusehen, was die Kirche lehrt und was sie nicht lehrt.

Was beide sagen

Christus hat „mit einem Opfer … auf immerdar vollkommen gemacht, die geheiligt werden“ (). Diesem Opfer kann niemand etwas hinzufügen. Angebetet wird allein Gott.

Der Einwand

Die Messe wiederholt das Opfer von Golgatha, als hätte es nicht gereicht. Wer vor der Hostie kniet, betet ein Stück Brot an.

Die katholische Kirche

„Das Opfer Christi und das Opfer der Eucharistie sind ein einziges Opfer“ (). Die Messe wiederholt das Kreuz nicht, sie macht es gegenwärtig (). Angebetet wird nicht Brot, sondern Christus ().

Was die Kirche nicht sagt

  • dass Christus in der Messe neu leide oder sterbe: Er wird „unblutiger Weise geopfert“ ();
  • dass die Messe dem Kreuz etwas hinzufüge: Dem blutigen Opfer wird durch das unblutige „nicht im Entferntesten … auf irgend eine Weise Eintrag gethan“ ();
  • dass der Priester aus eigener Kraft opfere: „Und deshalb ist allein Christus wahrer Priester, die anderen aber sind seine Diener“, zitiert der Katechismus Thomas von Aquin ();
  • dass Katholiken Brot anbeten: Sie beugen die Knie „zum Zeichen der Anbetung des Herrn“ ().

Die Probe

Drei Fragen

Die Einwände gegen die Messe lassen sich an drei Fragen prüfen. Jede führt zurück zum Abendmahl und zu dem, was Jesus dort gesagt hat.

  1. Ein zweites Opfer?Wiederholt die Messe, was am Kreuz ein für allemal geschehen ist?
  2. Nur ein Zeichen?Meinte Jesus „Dies bedeutet meinen Leib“, als er sagte: „Dies ist mein Leib“?
  3. Brot angebetet?Wem gilt das Knien vor der Hostie?

Erste Frage

Ein zweites Opfer?

Der Hebräerbrief sagt es so deutlich wie keine andere Schrift: Christus hat sich einmal geopfert, und dabei bleibt es. Die Kirche widerspricht dem nicht, sie beruft sich darauf.

„Durch welchen Willen wir geheiligt sind durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi.“

Ein für allemal

Das griechische Wort für „ein für allemal“, ephapax, steht im Hebräerbrief dreimal über dem Opfer Christi (; ; ). Die Hohenpriester des Alten Bundes standen Tag für Tag am Altar; Christus hatte das nicht nötig, „denn dieses hat er ein für allemal getan, als er sich selbst geopfert hat“ (). Er musste sich nicht immer wieder opfern, „sonst hätte er oftmals leiden müssen“ ().

Die katholische Kirche lehrt dasselbe. Im Katechismus heißt es: „Das Erlösungsopfer Christi ist einmalig und wurde ein für allemal vollzogen“ (). Auch das Konzil von Trient, auf das sich der Vorwurf meist bezieht, spricht vom Kreuz als dem Opfer, das Christus „ein einzigmal blutiger Weise“ dargebracht hat ().

Was bringt der Priester dann dar? Trient antwortet: nichts anderes. „Denn es ist ein und dieselbe Opfergabe, derselbe jetzt durch den Dienst der Priester sich Opfernde, welcher damals sich selbst am Kreuze geopfert hat, indem nur die Weise der Darbringung verschieden ist“ (). Die Messe ist kein zweites Opfer neben dem ersten. Sie macht das eine Opfer gegenwärtig, ist sein Gedächtnis und wendet seine Frucht zu ().

Auch dafür hat der Hebräerbrief Worte. Mit seinem Opfer ist Christus „in den Himmel selbst“ eingegangen, „um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen“ (), und er lebt dort, um sich für die Seinen zu verwenden (). Johannes sieht im Himmel „ein Lamm stehen wie geschlachtet“ (). Das Opfer ist vollbracht, und doch bleibt der Geopferte vor Gott gegenwärtig. Der Katechismus sagt: Das Opfer, das Christus am Kreuz ein für allemal dargebracht hat, „bleibt stets gegenwärtig wirksam“ ().

„Zu meinem Gedächtnis“

Jesus setzte das Abendmahl beim Passahmahl ein (). Für Israel war das Passah ein Gedächtnis: „Und dieser Tag soll euch zum Gedächtnis sein“ (). Wer es feierte, erinnerte sich nicht nur an die Väter. Jeder Vater sollte seinem Sohn sagen: „Es ist um deswillen, was Jehova mir getan hat, als ich aus Ägypten zog“ (). Was damals geschah, betraf die Feiernden selbst.

In dieses Gedächtnis stellt Jesus sich selbst: „dieses tut zu meinem Gedächtnis!“ (). Paulus fügt hinzu: „Denn so oft ihr dieses Brot esset und den Kelch trinket, verkündiget ihr den Tod des Herrn, bis er kommt“ (). Die Worte über dem Kelch sind Worte eines Opfers: „Denn dieses ist mein Blut, das des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“ (). Mose hatte am Sinai das Blut der Opfer auf das Volk gesprengt und gesagt: „Siehe, das Blut des Bundes“ ().

So versteht die Kirche die Messe: als Gedächtnis, in dem das Passah Christi gegenwärtig wird ().

Mosaikboden mit geflochtenen Randbändern; in einem gerahmten Feld eine griechische Inschrift aus dunklen Steinchen auf hellem Grund, daneben ein Blattmuster.
Mosaik in einem Gebetssaal bei Megiddo, um 230 oder ein Jahrhundert später Eine Frau namens Akeptous stiftete hier den Tisch „dem Gott Jesus Christus zum Gedächtnis“. Foto: Vesafis Tzferris, CC BY-SA 4.0

„Wir haben einen Altar“

Wo ein Opfer ist, ist ein Altar. Derselbe Hebräerbrief, der so entschieden vom einen Opfer spricht, sagt auch: „Wir haben einen Altar, von welchem kein Recht haben zu essen, die der Hütte dienen“ (). Von diesem Altar isst man also.

Paulus stellt das Herrenmahl neben die Opfermahle Israels und der Heiden: „Sind nicht die, welche die Schlachtopfer essen, in Gemeinschaft mit dem Altar?“ (), und: „ihr könnt nicht des Herrn Tisches teilhaftig sein und des Dämonentisches“ (). Vom Altar im Tempel spricht der Prophet Maleachi als dem „Tisch Jehovas“ ().

Derselbe Prophet kündigt an, was einmal unter allen Völkern geschehen wird: „und an jedem Orte wird geräuchert, dargebracht werden meinem Namen, und zwar reine Opfergaben“ (). Die ersten Christen haben darin ihre Eucharistie wiedererkannt, wie die Zeugen weiter unten zeigen. Der Katechismus nennt den Altar beides, „den Opferaltar und den Tisch des Herrn“ ().

Zweite Frage

Nur ein Zeichen?

Viele evangelische Christen lesen „Dies ist mein Leib“ als „Dies bedeutet meinen Leib“. Die ersten Hörer haben Jesus anders verstanden, und er hat sie nicht berichtigt.

„denn mein Fleisch ist wahrhaftig Speise, und mein Blut ist wahrhaftig Trank.“

Die harte Rede von Kapernaum

Jesus spricht oft in Bildern: „Ich bin die Tür“ (), „Ich bin der wahre Weinstock“ (). Nahmen seine Hörer ein Bild wörtlich, half er ihnen weiter. Als die Jünger meinten, jemand habe ihm zu essen gebracht, erklärte er: „Meine Speise ist, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat“ (). Den Schlaf des Lazarus hielten sie für Ruhe; da sagte er ihnen „gerade heraus: Lazarus ist gestorben“ (). In Kapernaum war es anders. Jesus nennt sich das lebendige Brot, und das Brot, das er geben wird, sein Fleisch „für das Leben der Welt“ (). Die Zuhörer fragen: „Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?“ (). Jesus schwächt nicht ab, er sagt es noch einmal, schärfer: „Es sei denn, daß ihr das Fleisch des Sohnes des Menschen esset und sein Blut trinket, so habt ihr kein Leben in euch selbst“ ().

Viele seiner Jünger sagen: „Diese Rede ist hart; wer kann sie hören?“ (). Dann heißt es: „Von da an gingen viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm“ (). Jesus ruft sie nicht zurück, um ein Missverständnis aufzuklären. Er fragt die Zwölf, ob auch sie gehen wollen, und Petrus antwortet: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens“ ().

Paulus schreibt so, wie man über eine Wirklichkeit schreibt: „Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus?“ (). Wer unwürdig isst, „wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein“ und isst sich selbst Gericht, „indem er den Leib nicht unterscheidet“ (). Wer ein Bild missachtet, versündigt sich nicht am Leib dessen, den es zeigt.

Luther und Zwingli

Über diesen Worten haben sich die Reformatoren entzweit. Beim Marburger Religionsgespräch 1529 bestand Luther darauf, dass im Satz Jesu „ist“ auch „ist“ heißt; Zwingli las „bedeutet“. Das Augsburger Bekenntnis von 1530 lehrt, „daß der wahre Leib und das wahre Blut Christi wirklich unter der Gestalt des Brotes und Weines im Abendmahl gegenwärtig ist“ (). Wer „Dies bedeutet meinen Leib“ liest, folgt Zwingli, nicht Luther. Wie verschieden der eine Satz bis heute gelesen wird, zeigt die Seite über sola scriptura.

Die katholische Kirche lehrt, dass im Sakrament „wahrhaft, wirklich und substanzhaft der Leib und das Blut zusammen mit der Seele und Gottheit unseres Herrn Jesus Christus und daher der ganze Christus enthalten“ ist (). Das Wort „Wandlung“ sagt, dass Brot und Wein dabei nicht bleiben, was sie waren (). Wie das geschieht, erklärt die Kirche nicht mit den Sinnen. Sie hält sich an das Wort, das Jesus gesprochen hat.

Dritte Frage

Brot angebetet?

Wer vor der Hostie kniet, betet nach katholischem Glauben nicht Brot an, sondern Christus. Ob das berechtigt ist, hängt an einer einzigen Frage.

Götzendienst heißt, ein Geschöpf an Gottes Stelle zu verehren. Das verbietet die Kirche so streng wie jede evangelische Gemeinde. Die Gläubigen beugen die Knie „zum Zeichen der Anbetung des Herrn“ (), weil sie glauben, dass er unter den Gestalten von Brot und Wein wirklich zugegen ist.

Die Frage ist also nicht, ob man Brot anbeten darf. Das darf niemand. Die Frage ist, ob Jesus meinte, was er sagte: „Dies ist mein Leib“ (). Wo er selbst gegenwärtig ist, ist Anbetung keine Zutat. Als die Jünger den Auferstandenen sahen, „warfen sie sich vor ihm nieder“ ().

Die Kirche sagt auch, wie lange diese Gegenwart dauert: „so lange, wie die eucharistischen Gestalten bestehen“ (). Wo die Gestalt des Brotes vergeht, ist Christus nicht mehr unter ihr gegenwärtig. Angebetet wird nie ein Ding, sondern immer der Herr.

Die Zeugen

Wie die ersten Christen das Brot brachen

Schon die Apostelgeschichte erzählt, dass die Christen „im Brechen des Brotes“ verharrten. Die Generationen danach haben beschrieben, was sie dabei glaubten.

  1. um 100

    Didache

    „damit euer Opfer rein sei“

    Die Gemeindeordnung verlangt, vor dem Brotbrechen am Tag des Herrn die Sünden zu bekennen. Sie begründet es mit dem Wort Maleachis vom reinen Opfer an jedem Ort.

  2. um 110 · Antiochien

    Ignatius

    „dass die Eucharistie das Fleisch unseres Erlösers Jesus Christus ist, das für unsere Sünden gelitten hat“

    Auf dem Weg zum Martyrium in Rom warnt er die Gemeinde von Smyrna vor Irrlehrern, die der Eucharistie fernbleiben, weil sie das nicht bekennen.

  3. um 150 · Rom

    Justin

    „Denn nicht als gemeines Brot und als gemeinen Trank nehmen wir sie“

    In einer Verteidigungsschrift an den Kaiser beschreibt er, was Christen am Sonntag tun und was sie dabei empfangen.

  4. um 160 · Rom

    Justin

    „Diese Prophezeiung bezieht sich auf die von uns Heiden Gott an jedem Orte dargebrachten Opfer, das ist auf das Brot der Eucharistie“

    Im Gespräch mit dem Juden Tryphon liest er Maleachi als Ankündigung der Eucharistie.

  5. um 180 · Lyon

    Irenäus

    „machte ihn zur Opfergabe des Neuen Bundes“

    Gemeint ist der Kelch, den Christus beim Abendmahl sein Blut nannte. Die Kirche bringt ihn, wie sie ihn von den Aposteln empfangen hat, auf der ganzen Welt dar.

  6. um 350 · Jerusalem

    Cyrill

    „Betrachte daher Brot und Wein nicht als rein irdische Dinge!“

    So erklärt der Bischof von Jerusalem den Neugetauften, was sie bei ihrer ersten Eucharistie empfangen haben.

Wandmalerei auf hellem Putz: Ein grüner Fisch trägt auf dem Rücken einen geflochtenen Korb, gefüllt mit runden Broten; durch das Geflecht schimmert etwas Rotes.
Fisch und Brotkorb, Wandmalerei in der Kallixtus-Katakombe, Anfang 3. Jahrhundert Für die Eucharistie malten die Christen in Rom die Speisung mit Brot und Fischen, die Jesus auf sein Fleisch deutet. Wandmalerei (Aufnahme 1903): Joseph Wilpert, Die Malereien der Katakomben Roms (1903), gemeinfrei

Das Brotbrechen war von Anfang an die Mitte der Gemeinde: „Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten“ (). In Troas versammelte man sich „am ersten Tage der Woche“, um Brot zu brechen ().

Um 96 schreibt die Gemeinde von Rom an die von Korinth und nennt die Bischöfe Männer, „die tadellos und heiligmäßig ihre Opfer dargebracht haben“ (). Das Wort Opfer für die Eucharistie ist also kein Einfall des Mittelalters. Es steht in den ältesten Schriften nach dem Neuen Testament, zusammen mit dem Glauben, dass das Brot der Leib des Herrn ist.

Antworten

Einwände

Was evangelische Christen gegen das Messopfer vorbringen, und was die Kirche darauf antwortet.

  1. „Wo Vergebung ist, braucht es kein Opfer mehr.“

    So steht es im Hebräerbrief: „Wo aber eine Vergebung derselben ist, da ist nicht mehr ein Opfer für die Sünde“ (). Gemeint ist ein weiteres Opfer neben dem einen, wie es die Priester des Alten Bundes immer neu darbrachten. Ein solches Opfer lehrt die Kirche nicht. Die Messe schafft keine neue Vergebung; sie wendet die Frucht des Kreuzes zu (). Trient sagt, die Früchte des blutigen Opfers würden durch das unblutige „in reichem Maße angeeignet“ ().

  2. „Jesus saß beim Abendmahl leibhaftig am Tisch. Wie hätte er zugleich im Brot sein sollen?“

    Die Frage ist alt, und die Kirche beantwortet sie nicht mit Physik. Christus ist im Sakrament nicht wie ein Körper an einem Ort; die Weise seiner Gegenwart nennt der Katechismus „einzigartig“ (). Schon in Kapernaum fragten die Zuhörer: „Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?“ (). Jesus antwortete nicht mit einer Erklärung, sondern mit einer Verheißung ().

  3. „Jesus sagt doch selbst: Das Fleisch nützt nichts.“

    Der Vers lautet: „Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, welche ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben“ (). Jesus sagt hier nicht „mein Fleisch“. Von seinem Fleisch hatte er kurz zuvor gesagt, es sei „wahrhaftig Speise“ (). Mit „Fleisch“ meint er, wie im Gespräch mit Nikodemus, den Menschen ohne Gottes Geist: „Was aus dem Fleische geboren ist, ist Fleisch“ (). Das Hindernis ist also nicht, dass sie ihn zu wörtlich nehmen, sondern der Unglaube: „aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben“ (). Hätte der Vers die ganze Rede zum Bild erklärt, hätten die Jünger keinen Grund mehr gehabt zu gehen. Sie gingen trotzdem ().

  4. „Das Neue Testament kennt keine Priester außer Christus und alle Gläubigen.“

    Alle Getauften sind „ein königliches Priestertum“ (), und die Kirche lehrt das mit: Die ganze Gemeinschaft der Gläubigen ist priesterlich (). Der Dienst des geweihten Priesters tritt nicht neben Christus; er macht sein einziges Priestertum gegenwärtig (). Dass Vorsteher der Gemeinden das Opfer darbrachten, bezeugt schon der Brief der römischen Gemeinde um 96: Er spricht von Bischöfen, „die tadellos und heiligmäßig ihre Opfer dargebracht haben“ ().

  5. „Wer die Messe ein Opfer nennt, macht aus der Gnade ein Werk.“

    Ein Werk, mit dem der Mensch sich Gottes Gnade verdient, ist die Messe nach katholischer Lehre nicht. Es ist Christus, der sich opfert, „derselbe jetzt durch den Dienst der Priester sich Opfernde“ (). Die Kirche bringt nichts Eigenes dar, sie wird in sein Opfer hineingenommen: „Mit ihm wird sie selbst ganz dargebracht“ (). Paulus nennt das ganze Leben der Christen ein Opfer, „welches euer vernünftiger Dienst ist“ ().

Zum Schluss

Drei Sätze zum Mitnehmen

  1. Ein Opfer

    Christus hat sich ein für allemal geopfert (). Die Messe wiederholt das nicht; sie macht es gegenwärtig ().

  2. Ein Leib

    Jesus sagte: „Dies ist mein Leib“ (). So haben ihn die ersten Christen gelesen, und Luther hielt daran fest.

  3. Ein Altar

    „Wir haben einen Altar“ (). Angebetet wird an ihm nicht Brot, sondern der Herr ().

Ein Opfer, an jedem Ort.

Was Maleachi ankündigte, sahen die ersten Christen erfüllt: an jedem Ort ein reines Opfer (), und doch kein anderes als das eine, mit dem Christus „auf immerdar vollkommen gemacht“ hat, „die geheiligt werden“ ().